Bericht vom LPM-Genk-Marathon
7. Februar 2016

Saisonauftakt beim 12. LPM Genk Marathon

Eigentlich hatte ich schon letztes Jahr in Genk meine Marathonsaison beginnen wollen, doch eine relativ schlechte Form zum damaligen Zeitpunkt hatte den Start damals dort verhindert. Diesen Winter war ich allerdings sehr gut durchgekommen, hatte schon einige Trainingskilometer auf dem Tacho und wollte schon einmal die aktuelle Form antesten. Genk liegt mit seinem 65.000 Einwohnern direkt hinter der belgischen Grenze in Limburg. Daher brauchte ich mit dem Auto nur etwa 45 Minuten zum Start und konnte so relativ entspannt am Morgen anreisen. Start: 10 Uhr.

Der Marathon in Genk ist nach Louis Persoon benannt, einem belgischen Marathonläufer, der leider viel zu früh starb. In Gedenken an ihn wurde der Marathon nach ihm benannt und seine Familie kommt jedes Jahr zum Start um dort den Läufern alles Gute bei ihrem Wettkampf zu wünschen. Der Lauf findet zum Großteil im Nationalpark Hoge-Kempen statt, in dem sich auch ein Sport- und Reitzentrum befindet. Nach einem kurzen Prolog von 195 Metern, läuft man dann sieben Runden sechs Kilometern. 7x6km = 42km. Neben dem Marathon wird auch ein Halbmarathon angeboten. Start und Ziel befinden sich jeweils am Sportzentrum, sodass Umziehen und Duschen nach dem Lauf problemlos möglich sind. Parkplätze sind reichlich vorhanden.

Erst mal links...
Erst mal links...

Über die Marathonstrecke standen etwa 150 Läuferinnen und Läufer am Start. Vor dem Start wurde noch einmal die Familie Persoon begrüßt und der belgische Läufer Patrick Kloek wurde besonders geehrt, weil er am heutigen Tag seinen 1000. Marathon absolvierte. Wahnsinn! Dann ging es aber auch schon los, 3,2,1... ich war im Rennen. Eine kleine Minirunde und schon war ich auf der 6km-Runde. Ich lief erstmal ein etwas gemütlicheres Tempo, hatte ich mir für heute keine besondere Zeit vorgenommen. Einfach Finishen und mal schauen wie es mir ergehen würde. Die Runde ist eigentlich ganz nett zu laufen, hat aber ein doch relativ welliges Höhenprofil und so sammelt man über die sieben Runden einige Höhenmeter. Die gesamte Strecke ist asphaltiert. Direkt nach Kilometer 3 gibt es eine etwa 300m lange Pendelstrecke, bei der man im späteren Verlauf sehen kann, wer vor oder hinter einem liegt. Nach jeder Runde gibt es im Start/Ziel Bereich eine Verpflegungsstation mit allerlei Verpflegung. Mir kam es ganz gelegen, dass es dadurch "nur" alle sechs Kilometer eine Verpflegung gab - so brachte mich das nicht immer wieder in Versuchung am VP anzuhalten und zu futtern.

Falsche Zielzeit
Falsche Zielzeit

Erste Runde in knapp 30 Minuten - vielleicht doch ein wenig schnell? Ich hatte einen netten belgischen Laufpartner im NYC Marathon Shirt gefunden und so blieb ich einfach in seinem Windschatten und ließ laufen. VP erstmal liegen gelassen, erste Verpflegung wollte ich erst in den folgenden Runden zu mir nehmen. Die ersten vier Runden liefen gut, waren alle leicht unter 30 Minuten geblieben, dann aber plagte mich nach und nach eine Blase unter den Zehen. In der fünften Runde hielt ich kurz an, zog mal den Schuh aus und richtete den Socken. Half aber nicht viel, der Schmerz blieb. Danach musste ich dann ein wenig langsamer machen, leider bekam ich auch ein paar Seitenstiche - mein ewiger Feind beim Laufen. Auf den letzten beiden Runden sammelte ich dann trotzdem noch zwei junge Burschen ein, die in meiner Alterklasse liefen und ich finishte anschließend mit 3:37:09.

Nummer 1 und 3
Nummer 1 und 3

Sehr zufrieden nahm ich meine Medaille entgegen und unterhielt mich im Ziel mit Andreas, einem Triathlet aus Neuss. Danach erstmal duschen und das kostenlose Sandwich und die Suppe genießen. Bei der Siegerehrung war ich dann ganz überrascht, als ich plötzlich als Sieger in der Alterklasse U35 aufgerufen wurde (die Altersklassen in Belgien sind ein wenig anders als in Deutschland). Hatte es sich also gelohnt in der letzten Runde noch die beiden Jungs eingesammelt zu haben, diese wurden nämlich wenige Minuten hinter mir Zweiter und Dritter. Ich erhielt eine schöne Plakette mit dem Startbild vom heutigen Marathon, ein Handtuch und ein T-Shirt der Stadt Genk (leider in XL).

Reiche Beute
Reiche Beute

Alles in allem war es ein sehr erfolgreicher Tag. Die Form scheint gut zu sein und ich bin weiterhin optimistisch, dass ich in Düsseldorf die 3:20:00 packen kann. Genk war definitiv ein schöner erster Marathon für dieses Jahr und es wird sicherlich nicht das letzte Mal für mich hier gewesen sein.

 

Alex(ander)



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