The Authentic
Bericht vom 34. Athen-Marathon
13. November 2016

Zum Jahresabschluss ging es zurück zum Ursprung des Marathons: 42km von Marathon nach Athen. Als 490 v. Chr. der griechische Bote Pheidippides nach der Schlacht von Marathon nach Athen lief um dort den Sieg über die Perser zu verkünden, wusste er wohl noch nicht welch sportliches Ereignis er dadurch auslösen würde. 1896 fanden hier in Athen die ersten olympischen Spiele der Neuzeit statt, und nun genau 120 Jahre später, stand ich zusammen mit meinen Lauffreunden Torsten, Andi und Olli in Marathon an der Startlinie um uns ebenfalls läuferisch auf den Weg nach Athen zu machen.
Aber alles der Reihe nach:

Freitag nachmittag ging es für uns Vier mit Aegean Airlines von Düsseldorf nach Athen. In Zeiten wo Airlines fast jeglichen Service einstellen, war Aegean Airlines wirklich sehr angenehm - leckeres und kostenloses Boardessen incl. Getränke. Das Flugzeug war bereits auf dem Hinflug größtenteils mit Läufern besetzt und so ergab sich schon während des Flugs das eine oder andere amünsante Gespräch mit anderen Läufern. In Athen angekommen, nahmen wir dann die U-Bahn in Richtung City und dann direkt zum Hotel. Wir hatten ein günstiges Hotel am Hauptbahnhof gebucht. 80 für drei Nächte, incl. Frühstücksbuffet. Nettes Personal, natürlich keine Luxusklasse, aber für unsere Ansprüche reichte es völlig. Zudem eine kleine Bar, die wir dann doch an den Abenden nochmal in Anspruch nahmen. Nach einem kurzen Ausflug in der Umgebung, dem Besuch in einer original griechischen Taverne mit leckerem Essen, gings auch schon ins Bett, denn wir wollten am nächsten Tag früh raus.






Samstag brachen wir gleich nach dem Frühstück zur Akropolis auf, die gleich in der Mitte der Stadt liegt. Auch hier trafen wir natürlich wieder überall Marathonis, aber es war dann doch überraschend leer früh morgens an der Akropolis, sodass wir uns gar nicht erst anstellen mussten. Und da auch schon bereits Winterzeit war (es waren an dem Tag gute 20 Grad), gab es auch noch eine sehr nette Vergünstigung beim Eintritt (50% Rabatt). Die Akropolis ist natürlich ein echter Hingucker und wir machten aus allen Winkeln und Posen Fotos, genoßen den Ausblick über Athen, dienten für ein paar Chinesen als Fotomotiv, unterhielten uns noch mit anderen verrückten Läufern, die ihren Morgenausflug zur Akropolis gemacht hatten und verbrachten so einen schönen ersten Morgen in Athen.










Danach ging es für uns mit der Metro an die Küsten, wo die Marathonmesse stattfand. Diese war erwartungsgemäß riesig und wir brauchten gefühlt 1,5h um einmal rum zu sein. Alle großen Laufartikelhersteller waren anwesend, natürlich auch eine Vielzahl an Marathonveranstaltern; aus Deutschland allerdings nur der Düsseldorf Marathon. Am Ende der Messe hatte ich mir mit Werbegeschenken die Tüten voll gemacht und wartete zum Abschluss auf mein Finishershirt. Während Olli, Andi und ich das Shirt bereits bei der Anmeldung mitbestellt hatten, wollte Torsten erst einmal das Shirt sehen, bevor er es kaufte... natürlich wollte er dann am Ende doch eins haben und so mussten wir nocheinmal komplett rückwärts zum Anfang, das Shirt bezahlen, einmal quer durch die Messe und auch Torsten's Shirt abholen. Aber alles halb so schlimm. Dafür gabs danach direkt an der Messe eine leckere Portion Pasta.








Auf dem Rückweg zum Hotel gingen wir noch etwas durch die Altstadt von Athen und beschlossen dann im Hotel eine zweite Portion Pasta einzuschieben. Wir würden es am folgenden Tag brauchen. Und so gingen wir dann alle früh ins Bett um uns am nächsten Tag ganz früh um 5:00 Uhr auf den Weg zum historischen Marathon in Marathon zu machen. Den Transport von Athen nach Marathon war perfekt organisiert: an vier verschiedenen Plätzen warteten Reisebusse auf die Läufer und fuhren die Teilnehmer direkt zum Start. Und da wir recht früh da waren, bekamen wir auch einen der ersten Busse nach Marathon um noch genügend Zeit für Fotos zu haben, wie z.B. an der olympischen Flamme, am km40-Stein, dem historischen Startpunkt des olympischen Marathons von 1896 oder auch mit der Statue der Göttin Nike.








Und dann ging es auch schon los. Wir standen am Start. Gänsehaut. Auch wenn die Saison lange und mittlerweile wir alle uns auch schon ein wenig die Winterpause herbeiwünschten (Wir vier hatten zusammen alleine in diesem Jahr 72 Marathons & Ultras absolviert), waren wir alle voller Vorfreude. 25.000 Läufer machten sich auf den Weg nach Athen. Es lag etwas magisches in der Luft, auch wenn die Strecke erwartungsgemäß eher "langweilig" war. Viele Teile der Strecke waren Landstraße/Schnellstraße und so führte der Kurs erst südlich parallel zum Meer entlang, ehe er dann ab km 17 über eine Anhebung nach Westen Richtung Athen abging. Die Strecke ist sicherlich nicht zu unterschätzen, hat die Strecke doch deutlich positive Höhenmeter und einen sehr langen Anstieg zwischen km17 und km32. Überraschenderweise sind aber zum Großteil der Strecke viele Zuschauer an der Seite anzufinden, viele überreichten einem symbolisch Olivenzweige und erzeugten insgesamt eine ganz tolle Stimmung. Überhaupt herrschte während des gesamten Wochenendes eine sehr positive und freundliche Stimmung über der Stadt.








Die Versorgung während des Laufes war nahezu perfekt. Alle 2,5km eine Verpfelgungsstation, auch wenn man leider überall immer ganze (wasser- oder Iso-)Flaschen gereicht bekam und dadurch unglaublich viel Plastikmüll entstand. Torsten und ich liefen unser Rennen zusammen, schließlich hatten wir uns zusammen überlegt hier zu laufen und wollten dies auch zusammen hier "durchziehen". Die Zeit verging doch recht schnell, auch wenn wir uns nicht stressen, sondern den Lauf genießen und möglichst in unseren Erinnerungen abspeichern wollten. Unter 4 Stunden hatten wir uns als Ziel gesetzt - als wir dann mit 3:47 Stunden ins das historische Panathenaic Stadium, dem Olympiastadion von 1896 einbogen überkamen uns beide große Emotionen. Nochmal Gänsehaut und wir genoßen jede Sekunde. Einer der schönsten Zieleinläufe, die ich bisher erlebt habe.






Olli war bereits im Ziel, und gleich hinter uns kam dann auch Andi ins Ziel - alle hochzufrieden und glücklich. Zur Belohnung gab es die bisher schönste Medaille in meiner Sammlung.

Nach dem Marathon gingen wir noch einmal auf die Tribüne des Stadions, ließen uns von der Sommer erwärmen und beobachteten die vielen Läufer die mit 6 Stunden Plus einliefen.






Zufrieden und glücklich fuhren wir zurück ins Hotel, duschten und machten uns nochmal einmal auf in die griechische Taverne um auf das tolle Wochenende anzustoßen ehe wir dann am nächsten Tag zurück nach Deutschland flogen.

Fazit: Der Athen Marathon ist für jeden Marathoni definitiv eine Reise wert, alleine schon durch das historische Flair, den dieser Marathon umgibt. Startgebühren mit 30 sehr günstig, generell ist auch Athen sehr bezahlbar. Der Marathon ist perfekt organisiert, von der Marathonmesse, über den Transfer von Athen nach Marathon, der Rennorganisation bis hin zur Zielverpflegung und Kleidungsmanagement.

 

Alex(ander)



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